Suizidankündigungen: Unterschied zwischen den Versionen

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Sofortige Hilfe erhalten Betroffene rund um die Uhr bei der bundesweiten, kostenlosen Telefonseelsorge!
 
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Version vom 28. Januar 2011, 15:06 Uhr

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Informationen über Suizidalität

Sehr viele Menschen haben irgendwann in Ihrem Leben Selbsttötungsgedanken. Suizidalität ist keine Krankheit, sondern häufig Ausdruck einer tiefen Lebenskrise die überwindbar ist! Diese Betrachtungsweise kann helfen, die Unsicherheit und Dramatik bei der Konfrontation mit einem Betroffenen einzuordnen.

Suizidalität wird nicht genetisch vererbt. Anerkannte Hilfestellen sprechen allerdings von sogenannten Risikogruppen: depressive Menschen, Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige, alte Menschen, vereinsamte Menschen, Menschen, die bereits mehrere Suizidversuche unternommen haben oder in deren Familie es mehrere Suizide in der Vergangenheit gab.

Suizidgedanken haben oftmals eine lange Kette von Ursachen, die auf den ersten (und auch zweiten Blick) nur schwer zu erkennen sind. Auslöser können hingegen nicht selten (für Dritte) kleine oder unspektakulär erscheinende Situationen sein, die gewissermaßen „das Fass zum überlaufen“ bringen.

Betroffene erleben es grundsätzlich als entlastend, ihre Suizidgedanken/-absichten auszusprechen.

Hinter den Selbsttötungsgedanken steht meist der Wunsch nach einer radikalen Lösung, nach einer schnellen Befreiung, einer Entlastung, Erlösung, oder ein Hilferuf und nicht der Wunsch, tot zu sein.

Wiki-minihelm.png Was du wissen solltest:

DGS – Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention Suzidprophylaxe
  • Falsch: Wer vom Suizid redet, wird ihn nicht begehen.
    • Richtig: Auf zehn Suizidenten kommen acht, die unmißverständlich von ihren Absichten gesprochen haben.
  • Falsch: Suizid geschieht ohne Vorzeichen.
    • Richtig: Viele Beobachtungen lehren, daß Menschen, die sich das Leben nehmen, dies meist durch unmißverständliche Zeichen oder Handlungen ankündigen.
  • Falsch: Wer an Suizid denkt, will sich nicht unbedingt das Leben nehmen.
    • Richtig: Die meisten Menschen, die an Selbsttötung denken, schwanken zwischen dem Wunsch zu leben und dem zu sterben; sie „spielen mit dem Tod", und sie überlassen es den anderen, sie zu retten. Kaum einer nimmt sich das Leben, ohne seine Gefühle einem anderen zu offenbaren.
  • Falsch: Wer einmal zum Suizid neigt, wird es immer wieder tun.
    • Richtig: Lebensmüde haben nur während einer begrenzten Zeit ihres Lebens den Wunsch, sich zu töten.
  • Falsch: Besserung nach einer suizidalen Krise bedeutet das Aufhören des Risikos.
    • Richtig: Die meisten Suizide geschahen in den drei Monaten nach beginnender „Besserung", wenn der Patient von neuem die Energie hat, selbstzerstörerische Entschlüsse auszuführen.
  • Falsch: Suizid gibt es öfter bei den Reichen oder – umgekehrt – fast ausschließlich bei den Armen.
    • Richtig: Suizid ist weder das Problem der Reichen, noch die Plage der Armen. Er ist sehr „demokratisch" und kommt in allen Bevölkerungsschichten vor.
  • Falsch: Suizid ist erblich oder ein „Familienübel".
    • Richtig: Er ist nicht erblich, sondern eine individuelle Erscheinung.
  • Falsch: Alle, die Suizid begehen oder begehen wollen, sind geisteskrank, jeder Suizid ist die Handlung eines Psychotikers.
    • Richtig: Es ergibt sich aus dem Studium von Hunderten von letzten Aufzeichnungen, daß der suizidale Mensch zwar äußerst unglücklich, aber nicht notwendigerweise geistesgestört ist

Suizidankündigung bei Jappy

Von einer Suizidankündigung ist zu sprechen, wenn ein User direkt oder indirekt auf Gedanken einer Selbsttötung hinweist.
Als Nutzer hat man vielfältige Möglichkeiten, öffentlich mögliche Suizidgedanken darzustellen. So können entsprechende Andeutungen im Ticker oder Begrüßungstext hinterlassen sein, oder sie in eine Abwesenheitsmeldung eingestellt sein, usw. Ebenso könnte man im direkten Mailkontakt auf solche Gedanken aufmerksam machen.
Von einer klaren Suizidankündigung ist nicht zu sprechen, wenn der User bekannte Songtexte über Selbstmord, Bilder oder sonstige Zitate im Profil einfügt.

Suizidandeutungen/-ankündigungen sind immer im Kontext des Gesamteindrucks eines Profils zu betrachten!

Ist das Profil des Users, von dem solche Suizidankündigungen/-andeutungen ausgehen, mit depressiv anmutenden Bildern und Texten bestückt, sollten die Alarmglocken durchaus läuten.
Allerdings muss auch hier betont werden, dass solche Bilder auch Ausdruck einer "Sinnsuche", eines "Grenzen-Erlebens" oder eines "Aufmersamkeitswunsches" sein können, welche beispielsweise im Jugendalter durchaus typisch sind.

Suizidandeutungen können direkter oder indirekter Natur sein

  • „Ich will nicht mehr Leben!“
  • „Mein Leben macht keinen Sinn mehr!“
  • „Adieu meine Freunde. Wir sehen uns in einem anderen Leben wieder.“
  • „Wieso? Wieso nur bist du gegangen? Ich kann so nicht mehr. Ich will so nicht mehr. Heute Nacht wird es geschehen – du wirst mich nie wieder sehen!“

Nun stellt sich natürlich die Frage, welche Andeutungen als brisant einzustufen sind und welche nicht?
Die Antwort kann hier sehr kurz und unbefriedigend formuliert werden:
Ihr wisst es nicht! Bitte seid euch darüber immer bewusst - immer im Klaren!

Leider schrecken auch bei einem so ernsten Thema gewisse Menschen nicht vor makaberen Scherzen zurück. Allerdings kann die Einstufung als „Scherz“ bzw. eine Fehlinterpretation zu sehr dramatischen Folgen führen. Genau hier liegt also die Grundproblematik.
Die Anonymität im Internet lässt eine zweifelsfreie Beurteilung (die sicherlich auch im „realen“ Umfeld schwer ist) nicht zu. Es gilt also bei Kenntnisnahme sehr genau abzuwägen.
Bedacht werden muss, dass 80% der Suizide vorangekündigt waren. Daher müssen grundsätzlich alle Ankündigungen ernst genommen werden!
Natürlich ist immer zu bedenken, dass die Weiterleitung einer möglichen Suizidankündigung an die Behörden, sehr unangenehm für den Betroffenen sein kann, sollte es sich um einen schlechten Scherz gehandelt haben.

Es gilt der Grundsatz: Besser einmal zuviel gemeldet, als einmal zu wenig!

Was könnt/solltet ihr tun?

Wendet euch bitte vertrauensvoll an einen Usermoderator. Sollte keiner online sein, kann euch auch jeder andere Moderator weiter helfen. Leitet entsprechende Mails weiter, meldet Ticker oder Andeutungen in Coms usw. Genaue Links sind da sehr hilfreich, damit nicht erst gesucht werden muss.
Die Moderatoren haben die Möglichkeit, Leute zu erreichen, die wirksam helfen können. Das können Administratoren sein, die Internet-Wache der Polizei usw.
Alle Moderatoren haben Listen von Telefon-Nummern, Meldeadressen, die sie je nach Wohnort des Users, falls er bekannt ist, rund um die Uhr nutzen können.

Es gilt auch hier der Grundsatz: Besser einmal zuviel gemeldet, als einmal zu wenig!

Was solltet ihr unbedingt vermeiden?

Keine psychologische Beratung des Betroffenen!
Absolute Vorsicht! Von Laien kann mehr Schaden angerichtet, als Hilfe geleistet werden! Geht in keinem Fall auf ein näheres Gespräch ein.

Suizidgedanken keinesfalls bagatellisieren!
Sollte sich der User direkt an euch gewendet haben, sind seine Suizidgedanken absolut ernst zu nehmen und nicht herunterzuspielen.
Z.B.: „Das Problem ist doch nicht so schlimm.“; „Es gibt doch soviel Leid auf der Welt.“; „Kopf hoch – das wird schon wieder!“

Betroffenen nicht ins Gewissen reden oder gar Vorwürfe machen!
Sollte sich der User direkt an euch gewendet haben, darf er nicht mit Vorwürfen konfrontiert werden.
Z.B.: „Reiß dich doch zusammen!“; „Du hast Verantwortung für deine Familie!“; „Sag doch sowas nicht!“; „Das kannst du doch deiner Familie nicht antun!“

Sofortige Hilfe

Sofortige Hilfe erhalten Betroffene rund um die Uhr bei der bundesweiten, kostenlosen Telefonseelsorge!

Telefonseelsorge

www.telefonseelsorge.de/

0800/111 0 111 (evang.)

0800/111 0 222 (kath.)

Weitere, empfehlenswerte Hilfen

neuhland e.V.

Nikolsburger Platz 6, 10717 Berlin-Wilmersdorf, Berlin
Tel.: 030/873 01 11
e-mail: post@neuhland.de
homepage: www.neuhland.de
Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 9 - 18 Uhr
Angebot: Ambulante Beratung und Therapie von jungen Menschen in Krisen, speziell suizidgefährdeter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener.
Beratung von Bezugspersonen (Eltern, Lehrer, Erzieher etc.). Online-Beratung im Chat.
In einer Krisenwohnung können Kinder/Jugendliche vorübergehend auch stationär aufgenommen werden. Dieses Hilfsangebot richtet sich an: Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene

Telefon des Vertrauens

Postfach 100222, 01072 Dresden, Sachsen
Tel.: 0351/ 804 16 16
Öffnungszeiten: Täg. 17.00 - 23.00 Uhr, auch Sonn- und Feiertags
Angebot: Die seit 1989 bestehende Einrichtung bietet ausschließlich telefonische Krisenberatung durch psychologische Fachkräfte für Menschen in seelischer Not an. Auch anonyme Beratungstermine im Psychosozialen Krisendienst können vermittelt werden.

Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle "LOTSE"

Fährstr. 70, 21107 Hamburg, Hamburg
Tel.: 040/ 75 66 01 75
Öffnungszeiten: Mo - Fr von 15.00 - 19.00 Uhr und Di. u. Do von 10.00 - 13.00 Uhr
Angebot: Krisenintervention bei Suizidgefahr, akuten Krisen, Beratung u. Information u. therapeutische Hilfen bei Sozialgefahr, psychischen u. psychomatischen Problemen. Auch bei Alkohol u. Medikamentenabhängigkeit
Dieses Hilfsangebot richtet sich an: an Erwachsene

Krisenberatung - Hilfe für Selbstmordgefährdete

Johanneswerkstraße 12, 33611 Bielefeld, NRW
Tel.: 0521/ 830 42
Öffnungszeiten: Mo-Do 8.00 - 17.00 Uhr, Fr 8.00 - 14.00 Uhr
Angebot: Beratung in akuter Krise, suizidaler Krise, nach einem Suizidversuch, Angehörigenberatung von Suizidgefährdeten u. Suizidenten
Öffentlichkeitsarbeit u. Prophylaxe (z.B. in Schulen)
Dieses Hilfsangebot richtet sich an: alle Altersgruppen.

Weitere Hilfestellen

suizidprophylaxe.de