Suizidankündigungen

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Wiki-minihelm.png Was du wissen solltest:

Informationen über Suizidalität

Sehr viele Menschen haben irgendwann in Ihrem Leben Selbsttötungsgedanken. Suizidalität ist keine Krankheit, sondern häufig Ausdruck einer tiefen Lebenskrise die überwindbar ist! Diese Betrachtungsweise kann helfen, die Unsicherheit und Dramatik bei der Konfrontation mit einem Betroffenen einzuordnen. Nachfolgend sind ein paar Beispiele aufgelistet über falsches und richtiges Alltagswissen:

  • Falsch: Wer vom Suizid redet, wird ihn nicht begehen.
    • Richtig: Auf zehn Suizidenten kommen acht, die unmißverständlich von ihren Absichten gesprochen haben.
  • Falsch: Suizid geschieht ohne Vorzeichen.
    • Richtig: Viele Beobachtungen lehren, daß Menschen, die sich das Leben nehmen, dies meist durch unmißverständliche Zeichen oder Handlungen ankündigen.

Suizidankündigung bei Jappy

Von einer Suizidankündigung ist zu sprechen, wenn ein User direkt auf Gedanken einer Selbsttötung hinweist.
Erst dann kannst du auf von einer Ankündigung ausgehen und reagieren. Als Nutzer hat man vielfältige Möglichkeiten, öffentlich mögliche Suizidgedanken darzustellen. So können entsprechende Andeutungen im Ticker oder Begrüßungstext hinterlassen sein. Ebenso könnte man im direkten Mailkontakt auf solche Gedanken aufmerksam machen.
Von einer klaren Suizidankündigung ist nicht zu sprechen, wenn der User bekannte Songtexte über Selbstmord, Bilder oder sonstige Zitate im Profil einfügt.

Suizidandeutungen/-ankündigungen sind immer im Kontext des Gesamteindrucks eines Profils zu betrachten!

Ist das Profil des Users, von dem solche Suizidankündigungen/-andeutungen ausgehen, mit depressiv anmutenden Bildern und Texten bestückt, sollten die Alarmglocken durchaus läuten.
Allerdings muss auch hier betont werden, dass solche Bilder auch Ausdruck einer "Sinnsuche", eines "Grenzen-Erlebens" oder eines "Aufmersamkeitswunsches" sein können, welche beispielsweise im Jugendalter durchaus typisch sind.

Nun stellt sich natürlich die Frage, welche Andeutungen als brisant einzustufen sind und welche nicht?
Die Antwort kann hier sehr kurz und unbefriedigend formuliert werden:
Du weisst es nicht! Bitte sei dir darüber immer bewusst - immer im Klaren!

Leider schrecken auch bei einem so ernsten Thema gewisse Menschen nicht vor makaberen Scherzen zurück. Allerdings kann die Einstufung als „Scherz“ bzw. eine Fehlinterpretation zu sehr dramatischen Folgen führen. Genau hier liegt also die Grundproblematik.
Die Anonymität im Internet lässt eine zweifelsfreie Beurteilung (die sicherlich auch im „realen“ Umfeld schwer ist) nicht zu. Es gilt also bei Kenntnisnahme sehr genau abzuwägen.
Bedacht werden muss, dass 80% der Suizide vorangekündigt waren. Daher müssen grundsätzlich alle Ankündigungen ernst genommen werden!
Natürlich ist immer zu bedenken, dass die Weiterleitung einer möglichen Suizidankündigung an die Behörden, sehr unangenehm für den Betroffenen sein kann, sollte es sich um einen schlechten Scherz gehandelt haben.

Was kannst du tun?

Kommt die Ankündigung von einem Freund oder einer Person, die du persönlich kennst? Dann hast du womöglich weitaus mehr Informationen und Daten zur Verfügung als sonst jemand. Du kannst dich dann selber mit den zuständigen Behörden in Verbindung setzen.

Andernfalls erstelle bitte ein Ticket und verwende die Notfallmeldung. Diese werden bevorzugt behandelt und ermöglicht schnelles Eingreifen!

In jeder Mail, Ticker o.ä. findest du einen Meldebutton. Nachdem du diesen angeklickt hast, wähle bitte Notfallmeldung aus. Wähle dann Selbstmordankündigung aus, beschreibe noch kurz deinen Verdacht und sende das Ticket ab.

Notfallmeldung auswählen
Selbstmordankündigung auswählen

Was solltest Du unbedingt vermeiden?

Keine psychologische Beratung des Betroffenen!
Absolute Vorsicht! Von Laien kann mehr Schaden angerichtet, als Hilfe geleistet werden! Geh in keinem Fall auf ein näheres Gespräch ein.

Suizidgedanken keinesfalls verharmlosen!
Sollte sich der User direkt an dich gewendet haben, sind seine Suizidgedanken absolut ernst zu nehmen und nicht herunterzuspielen.
Z.B.: „Das Problem ist doch nicht so schlimm.“; „Es gibt doch soviel Leid auf der Welt.“; „Kopf hoch – das wird schon wieder!“

Betroffenen nicht ins Gewissen reden oder gar Vorwürfe machen!
Sollte sich der User direkt an dich gewendet haben, darf er nicht mit Vorwürfen konfrontiert werden.
Z.B.: „Reiß dich doch zusammen!“; „Du hast Verantwortung für deine Familie!“; „Sag doch sowas nicht!“; „Das kannst du doch deiner Familie nicht antun!“


Sofortige Hilfe

Sofortige Hilfe erhalten Betroffene rund um die Uhr bei der bundesweiten, kostenlosen Telefonseelsorge!

Telefonseelsorge

www.telefonseelsorge.de/

0800/111 0 111 (evang.)

0800/111 0 222 (kath.)

Weitere, empfehlenswerte Hilfen

neuhland e.V.

Nikolsburger Platz 6, 10717 Berlin-Wilmersdorf, Berlin
Tel.: 030/873 01 11
e-mail: post@neuhland.de
homepage: www.neuhland.net
Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 9 - 18 Uhr
Angebot: Ambulante Beratung und Therapie von jungen Menschen in Krisen, speziell suizidgefährdeter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener.
Beratung von Bezugspersonen (Eltern, Lehrer, Erzieher etc.). Online-Beratung im Chat.
In einer Krisenwohnung können Kinder/Jugendliche vorübergehend auch stationär aufgenommen werden. Dieses Hilfsangebot richtet sich an: Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene

Telefon des Vertrauens

Postfach 100222, 01072 Dresden, Sachsen
Tel.: 0351/ 804 16 16
Öffnungszeiten: Täg. 17.00 - 23.00 Uhr, auch Sonn- und Feiertags
Angebot: Die seit 1989 bestehende Einrichtung bietet ausschließlich telefonische Krisenberatung durch psychologische Fachkräfte für Menschen in seelischer Not an. Auch anonyme Beratungstermine im Psychosozialen Krisendienst können vermittelt werden.

Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle "LOTSE"

Fährstr. 70, 21107 Hamburg, Hamburg
Tel.: 040/ 75 66 01 75
Öffnungszeiten: Mo - Fr von 15.00 - 19.00 Uhr und Di. u. Do von 10.00 - 13.00 Uhr
Angebot: Krisenintervention bei Suizidgefahr, akuten Krisen, Beratung u. Information u. therapeutische Hilfen bei Sozialgefahr, psychischen u. psychomatischen Problemen. Auch bei Alkohol u. Medikamentenabhängigkeit
Dieses Hilfsangebot richtet sich an Erwachsene.

Krisenberatung - Hilfe für Selbstmordgefährdete

Johanneswerkstraße 12, 33611 Bielefeld, NRW
Tel.: 0521/ 830 42
Öffnungszeiten: Mo-Do 8.00 - 17.00 Uhr, Fr 8.00 - 14.00 Uhr
Angebot: Beratung in akuter Krise, suizidaler Krise, nach einem Suizidversuch, Angehörigenberatung von Suizidgefährdeten u. Suizidenten
Öffentlichkeitsarbeit u. Prophylaxe (z.B. in Schulen)
Dieses Hilfsangebot richtet sich an: alle Altersgruppen.

Weitere Hilfestellen

suizidprophylaxe.de